rittermahl
Herausragend war die Weisung, sich die schmutzig gewordenen Hände am rechten Nachbar zu Tische abzuwischen. Zur Vorsicht wurden Kittel, gefertigt aus grobem Sackleinen, gereicht, auf dass die feine Garderobe nicht verschmutzt würde.
Das erste Spiel war vorgesehen vor dem Essen und verlangte von den Edesheimer Recken eine Huldigung an die Minne ab. Auf einen Thron, verkleidet mit Bärenfell und geschmückt mit duftenden Rosen wurde eine unschuldige Jungfer gesetzt. Nacheinander mussten drei junge Männer mit einem selbstverfassten Gedicht niederknien und es so gut als möglich dem Weibe vortragen, auf dass diese sich für den Besten entscheide. Preis war ein scheuer Kuss auf die stolze Wange des jeweiligen Recken. Timo steckt voller Poesie
Die benannte Jungfer war das Fräulein Punani zu Edesheim und wählte als strahlenden Sieger den Junker S., der alle aufmerksamen Zuhörer mit einem leidenschaftlichen Minnelied ergötzt hatte.
Nach dieser Belustigung wurde zu Tische gebeten. Auf der gar prächtigen Tafel war bereits ein köst- liches Mahl angerichtet, bestehend aus Brot mit Schweineschmalz, saftigen Haxen vom Schwein, feinsten Knödeln und zarten Gemüsen aus dem Burggarten. Es wurde gegessen und getrunken, letzteres aus irdenen, aber doch edel gefertigten Krügen aus Ton- immer dann, wenn ein Spaßvogel sich aufstellte und den anderen mit den Worten "All voll!" zuprostete.

Nach dem großen Speisen, nachdem alle Teller und Platten wie leer geräumt waren, als jeder Kittel von den fetttriefenden Händen des Nachbars verschmutzt war, wurde Tabak gereicht, zur Erholung des Magens und zum Verdauen des ausgiebigen Essens. Erzählt wurde und viele lustwandelten auch durch den prachtvollen Burghof.
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